Klima & Gesundheit

2015 bezeichnete eine internationale Wissenschaftler-Kommission im Auftrag des renommierten Wissenschaftsjournals „Lancet“ den Klimaschutz als „potenziell größte Gesundheitschance des 21. Jahrhunderts“. Denn klar ist, dass – wenn die Klimakrise nicht abgewendet werden kann – sie umgekehrt enorme schädliche Auswirkungen auf alle Lebewesen auf diesem Planeten haben wird, vielleicht sogar unsere Lebensgrundlagen zerstören wird.

Als Ergebnis dieser „Lancet Commission on Health and Climate Change“ entstand der „Lancet Countdown“, eine internationale Forschungskooperation, die unter anderem anhand definierter Indikatoren jährlich die Wechselwirkungen zwischen Klima und Gesundheit beschreibt.

In der Wissenschaft entwickelte sich das Konzept der „Planetaren Gesundheit (planetary health“, das die menschliche Gesundheit in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen auf dem Planeten beschreibt und die enge Verflechtung beider Sphären zum Thema macht.

Die beunruhigenden Trends haben bisher im deutschsprachigen Raum kaum Resonanz gefunden, bis 2019 in Berlin / Potsdam die erste Professur für Klimawandel und Gesundheit (Prof. Dr. med. Sabine Gabrysch) etabliert wurde.

Nach aktuellem wissenschaftlichen Stand

  • werden Kinder laut einem Report der American Academy of Pediatrics weltweit zu Hauptgeschädigten des Klimawandels: mit einem Anstieg der Todesfälle bei Säuglingen sowie der Verbreitung vieler Infektionskrankheiten
  • bedroht Hitzestress besonders ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Die Sterblichkeit könnte in der WHO-Europa-Region schon bis 2030 um mindestens 30.000 Fälle zunehmen
  • ist in vielen Ländern durch Trockenheit und Extremwetter die Ernährungssicherheit bedroht, auch fordern klimabedingte Kriege immer mehr Opfer
  • kommt es zu erweiterten Lebenszyklen und -räumen für Krankheitsüberträger (z. B. Insekten)
  • nehmen psychischer Stress, Depressionen und Angsterkrankungen zu

Gleichzeitig verursachen Kohlekraftwerke als Emittenten zerstörerischer Klimagase jährlich 22 Milliarden Euro Gesundheitskosten in der EU. Weltweit ist die Kohleverstromung laut WHO für etwa 16 Prozent der vorzeitigen Todesfälle durch Luftverschmutzung und sieben Millionen Tote verantwortlich.

Der Klimawandel ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortiges Handeln!